Ayurveda - Darmgesundheit

 

Aus aktuellem Anlass möchte ich heute mit Ihnen über den Darm sprechen, den wir als das Tor zu unserer Gesundheit sehen dürfen. Wichtige Aspekte erschließen sich uns und helfen uns, Zusammenhänge im richtigen Licht zu betrachten.

 

Der Darm, das Tor zu unserer Gesundheit!

 

Ganze Bücher füllen dieses Thema. Die Publikationen über dieses Thema haben sich in den letzten 11 Jahren extrem vervielfältigt. Fast 14 Millionen Deutsche haben Verdauungsprobleme, die Zahl der chronischen Erkrankungen steigt ständig. Bei dem Wort Darm fällt uns zuerst seine Funktion als Verdauungssystem ein. Dabei ist unser Darm in eine ganze Reihe von Regulationssystemen in unserer Körperregulation eingebunden. Ist er in keinem guten Zustand, stellen sich eine Reihe von pathologischen Auswirkungen in unserem Körper ein.

Als das wahrscheinlich wichtigste Organ beeinflusst der Darm mit der mikrobiellen Darmflora das Immunsystem, die Haut, die Leber, den Stoffwechsel, das Nervensystem und das Hormonsystem.

 

Ich eröffne Ihnen hiermit in kurzen Zügen, was es mit dem gigantischen Abwehrriesen Darm-Immunsystem auf sich hat.

 

Unsere Immunkraft liegt im Darm:

Gerade in der Übergangszeit der Jahreszeiten ist das Immunsystem sehr gefragt.

Unsere größte Immunkraft liegt im Darm. Unser Darm ist 8 Meter lang und hat eine Oberfläche von 400-500qm, dies entspricht in etwa der Fläche eines Fußballplatzes. Wir brauchen diese Fläche. Sie ist von grundlegender Bedeutung für unsere Gesundheit. Einerseits gibt es eine Darmflora, womit eine Lebensgemeinschaft von 100 Billionen Mikroorganismen gemeint ist, die das innere Milieu prägen. Diese werden als Mikrobiom  bezeichnet. Zum anderen gibt es hier 70 - 80 % unserer Abwehrzellen des Körpers. Sie halten die pathogenen Mikroorganismen in Schach, damit diese sich nicht übermäßig vermehren. Man könnte es als regelrechtes Training des Immunsystems bezeichnen.

In der ayurvedischen Medizin ist seit mehr als 3000 Jahren bekannt, dass die Gesundheit im Darm beginnt.

 

Die Immunkraft liegt im Darm:

 

Dünndarm:

Gelangt der Speisebrei vom Magen in den Dünndarm, wird er dort in seine Bestandteile wie Wasser und andere Flüssigkeiten, Aminosäuren und Fettsäuren, Vitamine und Zucker aufgeschlossen. Diese werden über die Dünndarmschleimhaut resorbiert und in den Blutkreislauf weitergeleitet. Die Darmflora sorgt für ein gutes Verhältnis der Mikroorganismen zueinander, indem sie dazu beiträgt, dass sich die krankheits-erregenden Bakterien nicht im Übermaß vermehren. Zudem kontrollieren die natürlichen Bakterien die Resorption körpereigener sowie fremder Substanzen über die Darmschleimhaut und sorgen so dafür, dass nur jene Substanzen in die Blutbahn gelangen, die im Körper keinen Schaden anrichten. Jetzt stehen dem Körper die Nährstoffe zur Verfügung.

Die Schleimhaut des Dünndarms besteht auch noch aus Zellen, die Krankheitserreger abwehren und das Immunsystem unterstützen. So kann das Immunsystem schnellstens reagieren und den Körper vor Erregern schützen.

 

Dickdarm:

Was der Dünndarm nicht verdauen konnte, landet im Dickdarm. Bevor die Nahrungsreste den Körper wieder verlassen, zerlegt der Dickdarm mit Hilfe von Billionen Bakterien der Darmflora weiter, rückresorbiert Wasser und führt dem Organismus die wichtigen Salze (Elektrolytwerte) zu. Der Dickdarm spielt eine enorme Rolle bei der Immunabwehr: Neben dem Mikrobiom, den Bakterien der Darmflora, weist er noch zahlreiche Lymphfollikel auf. So werden in der Medizin ganze Kolonien von Lymphozyten bezeichnet, deren Hauptaufgabe es ist, Viren und Bakterien zu erkennen und zu eliminieren, indem sie Antikörper bilden, um die "Feinde" für das Immunsystem als gefährlich zu markieren. Sie rufen das Immunsystem auf den Plan zur Verteidigung, um vor Erkrankung zu schützen.

Wir können nun ganz deutlich sehen, dass unser Immunsystem  direkt mit dem Mikrobiom verbunden ist. Ein schwaches Immunsystem öffnet den pathogenen Paktieren, Pilzen, Parasiten und anderen schädlichen Eindringlingen Tür und Tor und verschlechtert stets das Darmmilieu. Dies führt letztlich zu Erkrankung.

 

Feinde des Mikrobiom:

Die größte Feindin des gesunden und starken Mikrobiom ist die Gabe von Antibiotika, denn sie tötet nicht nur die kranken Bakterien sondern auch die gesunden. Daher ist eine Antibiotika-Therapie für das Darmmilieu einer Katastrophe gleichzusetzen.

 

Warum: Zum einen reduziert sie drastisch die Mikroben-Anzahl. Die Auswirkungen haben wir vorausgehend besprochen. Zum anderen, und das ist wichtig zu wissen, finden durch das Absterben der Bakterien hochgiftige Zersetzungsprozesse statt, die das Darmmilieu so verändern, dass sich keine gesunden Bakterien mehr ansiedeln können. Die pathogenen Bakterien, Pilze und  Parasiten fühlen sich wohl und vermehren sich schnell. Diese Auswirkungen sind für den Körper fatal.

 

Bei einer Antibiotika-Therapie ist immer auch der Aufbau des Mikrobioms wichtig, um die Immunkraft des Körpers neu zu stärken und das Milieu der Darmschleimheit in ein gesundes Verhältnis zu bringen.

Hierzu ist noch zu erwähnen, das auch bei regelmäßigem Verzehr von tierischen Produkten aus der Massentierhaltung dieser vorab beschriebene Prozess der Zerstörung verursacht werden kann, da das Fleisch der Tiere große Mengen Antibiotika enthält.

Außerdem setzen auch regelmäßige Medikamenten-Einnahmen, oft sind es ja bei chronischen Erkrankungen 6-8 und mehr Tabletten, dem Darm erheblich zu. Auch die Antibabypille und Corticosteroide verändern die Darmflora und verstärken die bereits vorhandene Dysbakterie.

 

Abhilfe:

Eine Darmreinigung gewährt die beste und schnellste Unterstützung bei einer starken Dysbakterie, da in diesem Fall eine gesunde Ernährung dies nicht alleine ausgleichen kann. Dies ist eine sehr hilfreiche Maßnahme, den Körper wieder in einen widerstandsfähigen Zustand zu bringen und auf diese Weise verändert sich das Darm-Milieu in eine Richtung, die den nützlichen Bakterienstämmen wieder einen Lebensraum bieten, in dem sie sich ansiedeln und vermehren können. Im Anschluss an die Darmeinigung/Entgiftung sollte die Darmflora und das Mikrobiom wieder aufgebaut werden.

 

Unser Körper wird es uns mit guter und stabiler Gesundheit danken und wer kennt nicht das Gefühl, in seiner Kraft und Mitte zu sein und aus einer Gesundheit zu schöpfen.

 

Meine Buchempfehlung an Sie: Spiegelbestseller "Darm mit Charme", alles über ein unterschätzes Organ von Gunilla Enders.

 

Ihre Herta Ellmer

Heilpraktikerin